Futtermitteldeklaration

Zunächst einmal ist es aber wichtig, die Futtermitteletiketten richtig zu lesen und zu verstehen, denn hier wird von Futtermittelherstellern gern getrickst, um das Futter in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen.

Die Zutatenliste

1. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Reihenfolge der auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe mit deren Anteil im Futter gleichzusetzen ist. Die Zutat, die an erster Stelle steht, muss folglich den Hauptbestandteil des Futters darstellen!

2. Grundsätzlich sind die Inhalte in abnehmender Reihenfolge nach Menge geordnet. Es steht immer die Zutat an erster Stelle, deren Anteil am höchsten ist. Steht z. B. Getreide an erster Stelle, ist Getreide der Anteil am Futter, der am höchsten ist.

3. Zutaten, deren Anteil unter 4% liegt, müssen laut Gesetzgeber gar nicht angegeben werden.

4. Zugesetztes Wasser darf bei Tiernahrung nicht als Einzelfuttermittel bei der Zusammensetzung angegeben werden, denn Wasser ist keine Einzelzutat nach Lebensmittelrecht, sondern wird als Hilfsstoff eingesetzt.

Des weiteren muss zwischen einer offenen und einer geschlossenen Deklaration unterschieden werden.

Offene Deklaration

Die einzelnen Futterkomponenten werden in der Reihenfolge angegeben, wie sie mengenmäßig im Futter enthalten sind. Dies ist eine sehr ehrliche Deklaration.

Geschlossene Deklaration

Hier werden Futtermittelgruppen angegeben, d. h. hinter dem Begriff „Getreide“ können sich Hafer, Weizen, Gerste, Mais und vieles mehr verbergen. Sind zusätzlich noch Nachmehle oder Kleber enthalten, steht dort „Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Genauso ist es beim Fleisch.
+Um bei dieser Art der Deklaration genau zu wissen, was man füttert, müsste man den Hersteller fragen.

Futtermittelanalytik

Die Aufstellungen in der Futtermittelbeschreibung über analytische Bestandteile (Inhaltsstoffe) enthalten Informationen über Trockenmasse, Rohasche, Rohfett, Rohprotein, Rohfaser und Feuchte. Diese Analyse sagt aber noch nichts über die Qualität der Inhaltsstoffe aus, d. h. es könnte sich bei der Aufstellung der Bestandteile theoretisch um was auch immer handeln.

Trockenmasse

Zunächst wird ein Teil einer Probe des Futtermittels erwärmt und das enthaltene Rohwasser entzogen (aber auch flüchtige organische Verbindungen: Ammoniak, Alkohole, Essigsäuren). Die Dauer und die Temperatur (~103–105°C) sind dabei abhängig vom Futtermittel. Übrig bleibt die sogenannte Trockenmasse, in der sich die essentiell verwertbaren Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Fette etc. befinden.

Rohasche

Die Rohasche wird durch Ausglühen in einem Muffeloffen ermittelt. Dabei wird eine Futterprobe über längere Zeit bei ca. 550 Grad hoch erhitzt, so dass alle organischen Bestandteile verbrannt werden und nur die Rohasche übrig bleibt. Abhängig von der jeweiligen Probe sind dies verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente.
Es besteht die allgemein verbreitete Meinung, dass ein hoher Rohaschewert für eine starke Nierenbelastung spricht. Die trifft aber nur bei minderwertigen Rohstoffen sowie künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen zu. Nach Verwendung hochwertiger Rohstoffe kann man den Rohaschegehalt eher als positves Kriterium betrachten, denn er steht in diesem Fall für eine gute Mineralstoff- und Spurenelementversorgung durch das Futter.

Rohfett

Der Rohfettgehalt ist der Teil eines Futtermittels, der sich in Fettlösungsmitteln (wie beispielsweise Petroether) löst. Der Rohfettgehalt einer Futtermittelprobe sagt über die Qualität der enthaltenen Fette nichts aus.

Rohprotein

Wichtig für die Beurteilung des Proteingehalts ist nicht unbedingt der prozentuale Anteile der Proteine, sondern die Qualität und somit die Verdaulichkeit der Proteine. Ein Beispiel: Bei der Produktion von Trockenfutter aus Fleischmehlen werden die Rohstoffe bei der Produktion des Tiermehls oder Tierfleischmehls auf mindestens 135° erhitzt. Dies führt zu einer schlechten Verdaulichkeit der Proteine, deren Abfallstoffe dann über den Stoffwechsel (Leber, Niere, Haut) wieder ausgeschieden werden müssen. Eine schonendere Verarbeitung der Rohstoffe führt dagegen zu einer sehr guten Verdaulichkeit der Proteine, so das die Stoffwechselbelastung sehr gering ist.
Protein wird für den Aufbau und Erhalt von Körpersubstanzen (wie z.B. Bänder, Gewebe, Knorpel usw.) benötigt. Man muss zwischen tierischem und pflanzlichen Protein (Eiweiß), dessen Bausteine die Aminosäuren sind, unterscheiden. Für eine ausreichende Versorgung mit Aminosäuren und eine hohe Verdaulichkeit sind Proteinquellen aus tierischen und pflanzlichen Rohstoffen wichtig. Bei den Aminosäuren sind vor allem die essentiellen Aminosäuren zu beachten, da diese lebensnotwendig sind und nur mit der Nahrung aufgenommen werden können.
An dem Wert für „Rohprotein“ ist aber nicht zu erkennen, welche Qualität das verwendete Eiweiß hat. Hier sollte daher die Deklaration genau gelesen werden. Nehmen wir das Beispiel Proteine aus Geflügelfleisch, denn nur wirklich reines Fleisch garantiert auch hochwertiges Protein. Wenn in der Deklaration „Geflügel“ angegeben ist, muss man davon ausgehen, dass es sich um Schlachtabfälle des ganzen Geflügels und somit minderes Protein handelt. Die Deklaration „Geflügelfleisch“ garantiert hingegen, dass es sich um reines Fleisch und somit auch um hochwertiges Protein handelt.
Eine Proteinüberfütterung mit minderwertigen Proteinen kann durchaus ein Grund für Erkrankungen sein. Die gleiche Futtermenge mit hochwertigem Protein aus Muskelfleisch und Innereien stellt dagegen eine ausreichende Versorgung mit den essentiellen Aminosäuren sicher und trägt somit zur Gesunderhaltung bei.
Nicht das Futter mit dem höchsten Proteingehalt ist das Beste, sondern das mit den hochwertigsten Proteinen in einem angemessenen Gesamtproteingehalt!

Rohfaser

Bei der „Rohfaser“ handelt es sich um den Anteil eines Futtermittels der nach Behandlung mit verdünnten Säuren und Laugen als „unverdaulicher“ Bestandteil zurückbleibt. Hauptbestandteil ist die Cellulose.
Rohfaser darf nicht einfach mit Ballaststoffen gleichgesetzt werden, da diese nur zu ca. einem Drittel aus Cellulose bestehen und noch viele andere unverdauliche Komponenten enthalten.
Ballaststoffe werden für die Darmperistaltik und somit für die geregelte Verdauung benötigt. Sie unterstützen auch die guten Darmbakterien und damit ein physiologisches Milieu im Darm.

Gesamtfeuchte

Die Berücksichtigung des Gesamtwassergehaltes (Zellsaft der Zutaten und Trinkwasserzugabe) erfolgt bei der Kennzeichnung durch die Angabe des Feuchtegehaltes.